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 Archiv 2006

3. April 2006
>> Schenefelder Tageblatt <<
 

Künstlerische Kindheitsbewältigung
 

Mit kalkulierter Lässigkeit spielten Satiriker Gerd Spiekermann und die „Bop Cats" im JUKS

Die „blaue Alltagsversion" und das „zartrosa Sonntagsmodell" ließen den Saal erbeben. Swing-Klassiker begeisterten das Publikum.
von eike pawelko

Zwei beutelartige, etwas abge­tragene Unterhosen seiner Großmutter hütet Gerd Spiekermann wie einen Schatz. Denn die gibt es nicht mehr zu kaufen. Dabei wirken sie wie der sprichwörtliche Tropfen, der das Heiterkeils-Fass zum Überlaufen bringt. Als der NDR-Moderator und Satiriker die blaue Alltagsversion und das zartrosa Sonntagsmodell bei seinem Auftritt aus einer Plastiktüte zog, kugelte sich das Publikum im fast ausverkauften JUKS vor Lachen.

figurentheater wolkenschieber
Gerd Spiekermann erklärte dem Publikum, wie das mit den den Sammeltassen und den Sonntagsrouladen damals war.

Deftig und anschaulich illustrierte Spiekermann mit Hilfe dieser beiden Requisiten - außen glänzend, innen ange­rauht - den Nachkriegsalltag auf dem platten Land. Denn aus diesem Fundus, seiner Kindheit in einem Kaff nahe Brake, schöpfte der Bühnenprofi seine Kunst. So urkomisch wie treffend sezierte er die eher schaurige als gute alte Zeit in der Wescrmarsch: Schweiß treibendes Brikett-Stapeln, für 60 Personen im elterlichen Gasthof Frikadellen zubereiten, Sammeltassen, Scheuerpulver, Sonntagsrouladen, Sparsamkeit.

Dabei traf Spiekermann auf ein überwiegend angegrautes Auditorium, das seine Kindheits-Erinnerungen offenbar teilte. Er brauchte in Sachen Unterhosen nur „außen leicht glänzend und innen..." zu sagen - im Chor ergänzte der Saal „...angerauht" und bog sich vor Lachen.

Spiekermann muss man einfach live sehen. Seine Stärke liegt, neben den ausgefeilten Texten, in der kalkulierten Lässigkeit seines Auftritts: Mit Kunstpausen setzt er Pointen Glanzlichter auf, wortlose Komik erwächst aus sparsam dosierter und sehr effektiv eingesetzter Mimik und Gestik. Mach Belieben dirigierte der Satiriker sein Publikum. Mit dürren Stich Worten - etwa „Ahoi-Brause" oder Schuhe „für gut" - weckte er ganze Erinnerungswelten bei seinen hingerissenen Zuhörern.

Kongenial und ebenso routiniert wie Spiekermann verwöhnten die vier „Bop Cats" den Saal mit Swing-Klassikern. Lässig und spielfreudig interpretierte das bestens ein­gespielte Quartett Gassenhau­er Wie „Cantaloupe Island". „Summertime" oder „Take the A-Train". Vor allem Saxophonist! n Carin Hammbacher brillierte mit leidenschaftlichen Soli, setzte pointierte Akzente, entzündete furiose Klangfeuerwerke auf Saxophon und Klarinette. Hingebungsvoll und kreativ bearbeitete Bassist Manfred Jestel die vier Saiten seines Instruments. Mit Schlagzeuger Jürgen Busse lieferte ersieh musikalische, rhythmisch fein ziselierte Dialoge, etwa in Charlie Parkers Klassiker „Anthropology".
 


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