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 Archiv 2008

24. November 2008
>> Schenefelder Tageblatt <<
 

„Wut macht mich kreativ"

 
Schenefeld: Abenteurer und Aktivist Rüdiger Nehberg lockt 180 Besucher ins JUKS. Er hat Strapazen auf sich genommen, um Außergewöhnliches zu erleben. Der Nervenkitzel steht für Rüdiger Nehberg aber nicht immer im Mittelpunkt. Er will auch aufrütteln über das Elend in der Welt. (Carsten Witt)

Das Podest ist fast zu klein für ihn. Da steht er: Rüdiger Nehberg. Weißes Hemd, die Ärmel leger aufgekrempelt, dunkle Hose, kräftige Statur. Und er muss sich bewegen. Er reißt die Arme hoch, beugt den Oberkörper nach vorn, wiegt Sich hin und her, tritt an den Rand des Podests und blickt eindringlich ins Halbdunkel. Und dann dringt diese leicht heisere Stimme mit der weichen Aussprache durch das JUKS. Wieder volles Haus: 180 Besucher. Nehberg zieht. Der 73-Jährige ist mit vollem Körpereinsatz dabei, wenn er von seinen Abenteuern erzählt. Er hat Humor, baut Witze und Zoten ein. Das gehört zum Rezept eines unterhaltsamen Dia-Abends. Ein bisschen Ekliges darf nicht fehlen. Und so gibt es auch den seekranken Nehberg beim Spucken auf dem Atlantik zu sehen. Nun gut.

rüdiger nehberg im juks
Erzählt mit vollem Einsatz des Körpers:
Rüdiger Nehberg im JUKS.

Der Abenteurer vergisst aber nicht, die Spannung zu halten. Und die erzeugt er durch den Wechsel zwischen humoresken Passagen und Schilderungen von Überfällen, Armut, Raub, Elend und Ausbeutung. Er erzählt von seinen Trips in arabische Länder, wo er nur durch den Schutz seiner Begleiter am Leben blieb. Szenen aus dem Bürgerkrieg. Minutenlang prangt ein Foto auf der Leinwand: Die magere Hand eines Toten ist zu sehen, ringsherum im Sand liegen Patronenhülsen verstreut. Starker Tobak, der wirkt. Es ist ganz still im Saal, gebannt schauen die Zuschauer auf die Leinwand. Einige blicken weg. Minuten zuvor wurde noch gelacht über Kamele beim Liebesakt.

Nehberg schildert seine Todesängste, als er bei den Eckernförder Kampfschwimmern für seine Atlantik-Überfahrt mit dem Floß trainierte. Er berichtet auch von der Ausbeutung in den Goldminen Brasiliens. „Das ist Sklaverei wie vor 500 Jahren." Im Urwald erlebte der Mann, der Konditor gelernt hatte und durch seine Abenteuerberichte zur Survival-Ikone Deutschlands wurde, seine „absolute Wende". Er erfuhr von 'dien Yanomami-Indianern, einem der letzten Eingeborenen-Stämme, bedroht in seiner Existenz wegen der Vernichtung des Regenwalds. „Das war ein Thema nach meinem Geschmack, da kam Sinn dazu." Solche Sätze gaben am Freitagabend im JUKS den Blick frei auf eine andere Seite der Person Nehberg. Hier der Abenteurer, der den Nervenkitzel sucht. Da der aufgerüttelte Mensch, der etwas verändern will: „Wut macht mich kreativ." Er machte das Schicksal der Yanomami bekannt, die Welt schaute hin. Im Jahr 2000 gründete Nehberg eine Menschenrechtsorganisation, die gegen die Genitalverstümmelung an Mädchen in Afrika
kämpft.

Vom Ausruhen will er nichts wissen. Es gibt noch genug zu tun. Nehberg braucht halt die Welt für seinen Elan. Und er braucht ein Publikum, das nach Abenteuer-Erzählungen mit einem Schuss Engagement gegen das Elend in der Welt verlangt. Beide haben sich gefunden, im JUKS in Schenefeld.


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